Die Geschichte des Ortes Biot

Biot ist typisch für ein nach ligurischer Art auf der Höhe eines Hügels dicht gesiedeltes Gemeinwesen, das nur schwer einnehmbar war. Trotzdem gibt es überall im Ort Spuren, die seit frühgeschichtlicher Zeit Besetzungen belegen. Lange besiedelten die Ligurer die Region. Sie standen im Konflikt mit den Bewohnern von Antipolis (Antibes), die in ihrer Bedrängnis schließlich Rom um Hilfe baten. Die Römer besiegten die Ligurer im Jahr 154 v. Chr., ließen sich nach und nach im alten Ortsteil nieder und hielten ihn über fünf Jahrhunderte besetzt.
Im Jahr 1207 wurden die Rechte an dem Ort den Templern übertragen mit der Auflage, von hier aus die Küste zu überwachen. Nach der Vernichtung des Templerordens wurden deren Kommende 1312 den Johannitern überlassen. Ende des 14. Jh. wurde der durch Kriegszerstörung und Pest entvölkerte Ort aufgegeben und erst 1470 unter König René neu besiedelt: 50 Familien aus Oneille nahe Imperia, vom König mit einer Reihe von Privilegien ausgestattet, bauten den zerstörten Ort zügig wieder auf und sorgten binnen kurzer Zeit für einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Während des 16. und 17. Jh. erhöhten gute Ernten sowie das erfolgreiche Töpferhandwerk den Wohlstand der Bürger. 1707 und 1746 wurden durch kriegerische Handlungen Teile des Ortes erneut zerstört und Ernten vernichtet. Vom 18. Jh. an blühte das Töpferhandwerk wieder auf. Bis ins frühe 20. Jh. kam diesem Handwerkszweig eine herausragende Bedeutung zu. Darüber hinaus wurden in Biot Weinanbau, Landwirtschaft und Gartenbau betrieben.
In neuerer Zeit gaben aber auch Aktivitäten ganz anderer Art dem Ort seine Prägung: 1970 wurde Europas führendes Technologiezentrum, der Sophia Antipolis Business Park, gegründet. Eine Reihe weiterer nationaler Einrichtungen steht Seite an Seite mit Unternehmen, die sich der modernen Informations- und Kommunikationstechnologie verschrieben haben.
Hoch entwickelt ist das Kunsthandwerk. Hier sind die Gold- und Silberschmiedekunst, Keramikarbeit, Glasbläserei, Olivenholzschnitzerei, Weberei sowie der Siebdruck zu nennen.
Mit Biot eng verbunden sind die Namen zahlreicher Künstler.Zeugnisse des großen Humanisten und Malers Fernand Léger finden sich im Musée National Fernand Léger. Und wertvollster Besitz der Bioter Pfarrkirche ist ein Altaraufsatz, den der Hauptvertreter der Schule von Nizza, Louis Bréa, gegen Ende des 15. Jh. gemalt hat.
So weist Biot drei prägende Merkmale auf: Die große historische Bedeutung des Ortes, die Kreativität und künstlerische Kompetenz seiner Bewohner sowie die Stellung als moderner Standort für innovative Technologien.